Nasenbeinbruch

Synonyme

Nasenbeinfraktur, Nasenbeinbruch, Nasenbruch

Definition

Das obere Drittel der Nase des Menschen besteht aus Knochen (s. Bild oben, Ziffer 3), die unteren zwei Drittel inklusive der Nasenspitze werden von Knorpel gebildet. Durch die zentrale und prominente Lage im Gesicht passiert es häufiger, dass die Nase bei Gewalteinwirkungen von außen Schaden nimmt. Der Nasenbeinbruch ist eine geschlossene oder offene Fraktur des Nasenbeins (Os nasale), wobei des Öfteren die Nasenscheidewand (Nasenseptum) und/oder angrenzende Mittelgesichtsknochen (wie z. B. Oberkieferknochen (Maxilla, Ziffer 10), das Siebbein (Os ethmoidale, Ziffer 4) und das Tränenbein (Os lacrimale, Ziffer 5)) ebenfalls betroffen sein können.

Ursachen

Im Regelfall passiert ein Nasenbeinbruch durch direkte äußere Gewalteinwirkung wie einen Stoß, Schlag oder Fall aufs Gesicht. Am häufigsten geschehen Nasenbeinbrüche im Straßenverkehr, beim Sport, oder bei Schlägereien.

Symptome

Am klinisch auffälligsten bei der Nasenbeinfraktur ist vor allem der Schiefstand der Nase. Bei Gewalteinwirkungen von der Seite, entsteht häufig eine Eindellung auf der gegenüberliegenden Seite der Nase. Wirkt die äußere Kraft von vorne auf die Nase ein, so verbreitert sich die gesamte Nase, wobei meist das Nasenbein im unteren Drittel quer und das knorpelige Nasenseptum (Nasenscheidewand) mitbricht.

Weitere übliche Symptome wären Platzwunden, Nasenbluten und Einblutungen unter der Haut (Hämatome, blaue Flecken), welche zusätzlich eine Schwellung der Nase zur Folge haben können. Diese Symptome sind allerdings im Gegensatz zu einer schiefen Nase alle keine hundertprozentigen Hinweise auf eine Nasenbeinfraktur.

Seltenere Problematiken sind eingeschränktes Riechvermögen, eine Verschlechterung der Nasenatmung sowie Krepitation (Knochenreiben). Im Falle einer Verschiebung von Frakturteilen kann es zur Entstehung eines  eingesunkenen Nasenrückens oder einer Abweichung der Nase zur Seite („Boxernase“) kommen, was häufig noch im Akutstadium aufgrund der Schwellung der Nase nicht zu sehen ist.

Ebenso gibt es Symptome, die bei einer Verbiegung der Nasenscheidewand erst eine gewisse Zeit nach dem Trauma auftreten und so nicht immer direkt mit der Fraktur in Verbindung gebracht werden. Gemeint sind u.a. eine gesteigerte Anfälligkeit für Entzündungen im Bereich der Nasennebenhöhlen, des Rachens oder des Mittelohrs sowie Nasenbluten und Schnarchen.

Diagnostik

Besteht eine Formveränderung der Nase nach einem Trauma ist es ein recht sicheres Zeichen für einen Nasenbeinbruch, welcher durch ein Röntgenbild noch bestätigt werden sollte. In diesem lässt sich die genaue Lokalisation des Bruchspalts darstellen und es werden eventuelle Verschiebungen der Knochenfragmente sichtbar. Anhand sanfter Palpation (Abtasten) kann man knöcherne Bruchkanten ertasten sowie die Beweglichkeit von einzelnen Knochenfragmenten feststellen. Mit einer Rhinoskopie (Nasenspiegelung) ist es möglich nicht knöcherne Strukturen wie z.B. die Nasenscheidewand zu beurteilen. CT (Computertomografie) und MRT (Magnetresonanztomografie) werden erst bei Verdacht auf Begleitverletzungen im Bereich der Schädelbasis oder Augenhöhle notwendig.

Prognose

Solange keine Fehlstellung von Knochenfragmenten besteht, heilt die Nasenbeinfraktur im Normalfall vollständig ab ohne bleibende Schäden zu hinterlassen. Nach erfolgreicher Reposition haben selbst Brüche mit Knochenverschiebungen eine sehr gute Chance so auszuheilen, dass kein Unterschied zu vorher besteht. Bleibt die Reposition allerdings aus oder wird zu spät durchgeführt (10 Tage nach Trauma) so kann es zu dauerhaften Verformungen wie zur Schief- oder Sattelnase kommen, welche meist ein optisches Problem darstellen und selten zu den unter Symptomen genannten Komplikationen führen können.

Therapie

Zuerst wird das Nasenbluten mit einer Nasentamponade gestoppt falls es nicht von alleine wieder zum Stillstand kommt. Sollte die Fraktur ohne Verschiebungen von Knochenbruchteilen einhergehen ist keine operative Therapie nötig, da die einzelnen Teile von selbst wieder zusammenwachsen. Bei vorliegender Verschiebung von Knochenteilen muss die Reposition von diesen innerhalb von 8-10 Tagen erfolgen, weil sonst die Nase eine dauerhafte Schiefstellung einnehmen kann. Die Reposition wird in Teil- oder Vollnarkose vorgenommen. Dabei werden vom Naseninnenraum aus die einzelnen Knochenstücke angehoben und in die ursprüngliche Stellung zurückgebracht. Im Anschluss wird die Nase anhand einer Gips- oder Metallschiene fixiert um die korrekte Position zu erhalten.

Liegen ein Septumhämatom und/oder eine stark ausgeprägte Septumfraktur vor so muss eine operative Versorgung (Septumplastik) vorgenommen werden. Dabei begradigt der Operateur die Knorpelstrukturen und setzt anschließend 2 Splints (Kunststoffblättchen) von innen an die Nasenscheidewand, die diese schienen. Nach 5-7 Tagen werden die Splints wieder entfernt.

 

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