Ermüdungsbruch

 

Synonyme

Ermüdungsfraktur, Stressfraktur, Marschfraktur, Schipperkrankheit

 

Definition

Als Ermüdungsbruch bezeichnet man eine Kontinuitätsunterbrechung des Knochengewebes infolge einer lang andauernden und/oder sich ständig wiederholenden Belastung.

 

Einteilung

- Insuffizienzfraktur (nach Überlastung von bereits vorerkrankten Knochen)
- Stressfraktur (nach Überlastung von gesunden Knochen)

 
Einteilung der Ermüdungsbrüche und knöchernen Stressreaktionen mittels MRT:
Grad I knochenmantelnahe Schwellung
Grad II Gewebsveränderung (Ödem) im Knochenmarksbereich sowie am Knochenmantel
Grad III verstärkte Gewebsveränderung (Ödem) im Knochenmark
Grad IV sichtbare Fraktur

Symptome

Zu Beginn verspüren Patienten meist nur leichte Schmerzen, die hauptsächlich unter Belastung und nicht in Ruhe auftreten. Diese Schmerzen verschwinden allerdings nicht nach der Aufwärmphase wie es bei leichten Gewebereizungen der Fall ist.
Später macht sich an der Bruchstelle ein punktueller Druckschmerz bemerkbar, bevor eine Schwellung entsteht die unter Anstrengungen größere Schmerzen verursacht. Ein Funktionsverlust wie bei üblicheren Frakturen liegt aber eher selten vor.

 

Ursachen

Ermüdungsbrüche entstehen unter einer relativ normalen, sich dafür aber sich ständig wiederholenden Belastung. Besonders häufig sind hierbei das Schienbein und der II und III  Mittelfußknochen (Marschfraktur), aber seltener auch andere Extremitäten oder die Wirbelknochen (Schipperkrankheit) betroffen.
Dabei kommt es zum Überschreiten der Belastungsgrenze, wodurch ein ständiger Auf- und Abbau von Knochengewebe und somit ein Riss im Knochengewebe zustande kommt.
Außerdem können Faktoren wie Störungen des Menstruationszyklus der Frau(Östrogenmangel), Lebensmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktoseintoleranz), Essstörungen, Stoffwechselstörungen (Osteoporose) und statische Störungen (z.B. Knick-/Senk-/Spreizfüße) eine Prädisposition für Ermüdungsbrüche darstellen.

 

Diagnostik

Zu Beginn der Untersuchung erfolgt eine genaue Befragung (Anamnese) des Betroffenen. 
Als Nächstes wird eine Röntgenaufnahme des betroffenen Knochens durchgeführt. Sollte diese unauffällig sein, so wird nach ein bis zwei Wochen eine zweite Aufnahme gemacht.
Im Zweifelsfall kann die Diagnose in der Frühphase mittels MRT bestätigt und eine genauere Bewertung des Frakturgrades vorgenommen werden.

 

Therapie

Bei Stressfrakturen Grad I und II kommt es im Wesentlichen darauf an, den Patienten bei allen Aktivitäten des Alltags unterhalb der Schmerzgrenze zu halten, um somit dem Knochen die nötige Regenerationszeit zu geben und entzündliche Prozesse abklingen zu lassen.
Folgende Stressfrakturen des III und IV Grades benötigen eine Ruhigstellung im Gips oder sogar eine Operation, sowie eine länger Belastungspause:

-    Schenkelhals
-    Oberschenkelknochen
-    mittleres Schienbein
-    Kahnbein
-    Mittelfußknochen des Kleinzehenstrahls.


Nach einer 2-4 wöchigen Ruhephase wird die Belastung im betroffenen Gebiet mittels Physiotherapie Stück für Stück gesteigert. Je nach Lokalisation und Schwere des Befunds kann in der Regel nach 4-8 Wochen sogar mit leichten sportlichen Übungen begonnen werden. Zur Schmerzbehandlung können zusätzlich bei Bedarf schmerz- und entzündungshemmende Mittel wie Ibuprofen oder Diclofenac angewandt werden. Liegt die Ursache einer Fraktur nicht allein bei einer Überlastung, sondern auch bei einem oder mehreren der unter Ursachen genannten Faktoren, so muss diese selbstverständlich nebst der eigentlichen Fraktur behandelt werden.

 

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